Preispolitik a la Italia
26. Apr 2010 von Knoetchen
Bei einem der ungezählten Italiener in Altona kostet die Pizza Magherita 5,50 EUR. Diesen Preis kann man wegen des vorherrschenden Preiskampfes als gehoben bezeichnen, obwohl die Pizza eigentlich nicht herausragend gut ist. Nun gab es heute das ultimative Knallerangebot: Eine Schinkenpizza für nur 4,90 EUR. Das wiederum ist für eine Schinkenpizza ein herausragend günstiger Preis.
Als alter Pfennigfuchser habe ich mir die Schinkenpizza natürlich bestellt, den Schinken getestet (Aussehen, Konsistenz+ Geschmack einer mittelmäßigen Fleischwurst) und entschieden, ihn nicht zu essen. Also schnell den Schinken runtergesammelt und den Rest der Pizza so verputzt, offenbar sehr zum Ärger des Kellners. Ich hätte doch eine Magherita bestellen können, wenn ich den Schinken nicht esse!
Mal abgesehen davon, dass angesichts eines solchen Kommentars jeder potentielle Anspruch auf Trinkgeld bei mir verfällt: Es kann angehen, ich stehe nicht so in der Materie, dass die Gewinnspanne beim Verkauf einer Schinkenpizza im Sonderangebot für 4,90 EUR gegen null geht.
Aber zu erwarten, dass ich eine Pizza Magherita bestellen würde, wenn ich für 60 Cent weniger eine höherwertige Pizza bekomme ist dann doch “etwas” naiv. Die Bemerkung des Kellners geht dann allerdings schon weg vom naiven hin zu “dreist”. Noch immer entscheide ich als Kunde, wovon ich was, wann und wieviel esse!
Naja, es hat sich für mich gelohnt, denn 1. habe ich die Erkenntnis gewonnen, das ein Wiederholungsbesuch in diesem Geschäft nicht nötig sein wird und 2. habe ich auch finanziell gewonnen, denn der Kellner hat in seiner Aufregung doch glatt vergessen, mir die Cola mitzuberechnen (was ich allerdings auch erst später mitbekommen habe). Trinkgeld hat er ohnehin nicht bekommen, volles Minusgeschäft für ihn. Selbst schuld.
